Das Leben ist Veränderung,
fließend… ich habe das Leben fließen lassen und bin in
Hamburg angekommen. Hier in Hamburg habe ich natürlich ganz andere
Möglichkeiten in die aktive SM Szene einzutauchen, wie das in dem durchaus
sehr idyllischen aber teilweise doch recht einsamen Notre Damm der Fall
gewesen ist. Da ich meine Aufmerksamkeit in sehr viele Richtungen richte,
hatte ich in HH auf einmal die Möglichkeit, in ganz neue Bereiche einzutauchen…
Ich war schon immer ein sehr neugieriger Mensch, empfinde Veränderungen
als etwas sehr spannendes und liebe das Abenteuer Leben. Und so habe ich
seit ich in HH bin auch angefangen, nicht nur den Ort meines Zuhauses
zu verändern, sondern habe auch in meinem privaten Leben eine Veränderung
vollzogen. Ich wollte mich nicht mehr in eine feste Beziehung stürzen
sondern meine Sexualität einfach ausleben, mir alles anschauen und
für alles offen sein… und hatte das erste Mal in meinem Leben
das Gefühl „angekommen“ zu sein. Ich habe begonnen mich
meinen Leidenschaften vollkommen hinzugeben und meine Erotik bis in den
hintersten Winkel auszuleben, mich neu zu entdecken und mich dabei auch
darauf eingelassen, meine passive und auch masochistische Seite kennen
und alsgleich auch lieben zu lernen.
Wow…es war einfach nur toll und auch aufgrund kleiner Ereignisse
im Studio ließ mich der Gedanke nicht mehr los, auch im professionellen
Bereich als Sklavin tätig zu sein.
Auf beiden Seiten gleichzeitig zu spielen ist mir nicht möglich.
Zumindest vorerst nicht. Es geht entweder das eine oder das andere.
Auf der aktiven Seite war ich unberührbar, weil es für mich
auch immer ein kontrolliertes Spiel mit meinem Gegenüber gewesen
ist, ich hatte die Kontrolle und habe den Gast geführt. Meine Berührbarkeit
und meine eigene Lust bedeuten für mich jedoch, dass ich mich gänzlich
fallen lassen und mich hingeben kann. Das kann ich nicht mit ins Spiel
einbringen, wenn ich aktiv die Kontrolle über das Spiel habe. Ich
kann mich nicht fallen lassen, wenn ich Kontrolle bewahren muss. Aus diesem
Grunde war es mir nie möglich, im aktiven Spiel berührbar zu
sein.
Ich bin noch immer die Selbe, Alex ist der Mittelpunkt. Nun auf der passiven
Seite zu spielen ist für mich einfach nur die Kehrseite der Medaille,
die Medaille bleibt die gleiche. Vielleicht ist es auch einfach die Koexistenz
der Gegensätze, ohne die Nacht gibt es keinen Tag, ohne Hell kein
Dunkel, ohne Kalt kein Heiß, das eine bedingt das andere.
Und jetzt möchte ich das Andere auch im professionellen Bereich kennen
lernen. Wie sich das in der Zukunft entwickelt, das werde ich dann sehen…
Und ich bin selbst neugierig und gespannt darauf….
Für mich ist dies eine sehr weitreichende Entscheidung, die ich mir
wirklich gründlich überlegt habe. Und ich weiß auch dass
es für einige durchaus einen Verlust bedeutet. Als Domina war ich
unberührbar und könnte es auch niemals anders sein und war damit
authentisch. Schlussendlich waren meine Erlebnisse, meine Begegnungen
und Erfahrungen als Domina, mein mich Einlassen auf mein Gegenüber,
mein Eintauchen in diese herrliche bizarre Welt mit ein Wegbereiter dahin,
mich nun gänzlich auf der „anderen“ Seite wieder zu finden…
Für mich war mein Dominadasein eine sehr spannende
und sehr bereichernde Zeit die ich niemals missen möchte. Und auf
mein künftiges Wirken bin ich einfach nur gespannt. Es wird mein
Leben verändern…. Mich verändern… ich lasse es fließen…